Sonntag, 3. Mai 2015

Seelentröster

Trüb ist es draußen.
Es gießt vom Himmel herab.
Grau wirkt alles,
obwohl die Natur gerade alles gibt und erwacht.
Kalt ist es nicht,
etwas wärmendes kommt um die Ecke geschlichen.
Es regnet weiter.
Vielleicht als Ersatz dafür,
dass die eigenen Tränen 
vor Starre nur begrenzt fließen wollen.


Ein weiterer wichtiger und prägender Mensch ist abgeholt worden.
Wenn dies passiert,
bleibt die Welt stehen, aber dennoch dreht sie sich weiter.
Man will es nicht wahr haben,
hadert, flucht und schimpft wie ein Rohrspatz
oder verschließt sich.

Die Menschen um einen herum
gehen ihren gewohnten Tätigkeiten nach.
Man fühlt sich wie in einer Blase,
ist abgekapselt aber doch dabei.
Man will Trost und doch irgendwie nicht.
Tausende Gedanken gehen einem durch den Kopf
und bleiben bei dem hängen,
was früher einmal war und jetzt nun nicht mehr ist.

Jeder empfindet anders in einer solchen Situation,
durchläuft die Phasen der Trauer unterschiedlich und
in seinem Tempo.

Enorm wichtig ist der Beistand.
Nicht der, der als "muss" rübergebracht wird,
sondern der, 
der ehrlich gemeint und angepasst ist.


Diese drei hier sind meine Seelentröster.
Und so ganz nebenbei noch ohne Kalorien ;)

Sie kommen,
legen sich (relativ) unauffällig zu einem,
schnurren, stupsen dich an
und legen sich dann friedlich hin.
Wenn es ihnen zu viel wird gehen sie wieder,
aber das ist vollkommen ok
und reicht um sich etwas besser zu fühlen.

Ich wollte noch so vieles mit dir bereden,
aber dazu kam es nun leider nicht mehr.
Am Ostersonntag fand unser letztes Telefonat statt,
zu einem Treffen kam es wegen deiner Krankheit seit Wochen nicht.
Es war dein Wunsch,
ich respektierte ihn
und bin dennoch dankbar,
weil ich dich somit in "guter" Erinnerung behalten kann.
Und werde!

















Kommentare:

  1. Jessica,
    diese Verluste treffen uns alle. Sie tun weh und man merkt,
    dass man noch lange nicht alles gesagt hat.
    Du hast einen wunderschönen Abgesang auf deinen Freund
    gemacht. Er wird ewig in deinem Herzen bleiben.
    Liebe Grüße
    Irmi

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  2. Liebe Jessica,

    Trauer muss verarbeitet werden.
    Und sie braucht immer Zeit.
    Manche Trauer bleibt.

    Alles Liebe
    Elisabeth

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  3. Es tut mir so leid für Dich, liebe Jessica und für den, der gehen mußte! Solche Ereignisse sind immer sehr traurig und nur der zeitliche Abstand macht es ein wenig leichter!
    Ich wünsche Dir Kraft und liebe Wesen um Dich herum!
    Herzliche Grüße von Anna

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  4. Liebe Jessica.

    ...genauso fühlt es sich an wie du beschreibst.

    " Die Menschen um einen herum
    gehen ihren gewohnten Tätigkeiten nach.
    Man fühlt sich wie in einer Blase,
    ist abgekapselt aber doch dabei.
    Man will Trost und doch irgendwie nicht."

    Es kommt wieder eine andere Zeit.
    Viel Kraft!

    Herzlichst
    Julia

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  5. Hallo Jessica,
    leider kommen wir um solche Erfahrungen nicht herum.
    Ich wünsche dir die Kraft zum Trauern.
    LG Heidi

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Ein paar nette Worte zaubern stets ein Lächeln ins Gesicht :)
Ich freue mich über eure Kommentare und lese sie alle, werde jedoch nicht immer oder zeitnah antworten.